Der Tabakkäfer – Feind der Zigarren

Der Tabakkäfer ist eine mit dem Brotkäfer verwandte Art der Nagekäfer. Der Biologe kennt ihn auch unter dem Namen Lasioderma serricorne. Tabakbauern und Zigarrenliebhabern fürchten den kleinen Schädling. Er kommt weltweit vor, ist aber vor allem in wärmeren Klimazonen von Bedeutung. Das liegt daran, dass der weibliche Tabakkäfer nach der Paarung circa 10 bis 100 weiße Eier mit einer Größe von 0,5 Millimetern vorzugsweise an Tabakpflanzen und Tabakerzeugnissen ablegt. Nach etwa sieben Tagen schlüpfen diese Larven dann. Der Tabakkäfer selbst besitzt eine braunrote bis braungelbe Färbung, ist 2 bis 4 Millimeter lang und besitzt eine dichte graue Behaarung.

Tabakkäfer

ZTC [CC-BY 3.0 AU], via Wikimedia Commons

Nahrung und Schadwirkung

Der Tabakkäfer ist ein Vorratsschädling. Er ernährt sich in erster Linie von Tabak, Tabakprodukten und Tabaksamen sowie einer Vielzahl pflanzlicher Stoffe wie etwa Gewürze, Trockenobst und Nüsse. Die größten Schäden entstehen allerdings fast ausschließlich durch die Knabbereien der Larven, die kleine Bohrlöcher und Gänge in ihre Nahrung fressen. Importgüter aus wärmeren Gebieten sind regelmäßig von Larven und ausgewachsenen Käfern befallen. Der Tabakkäfer kann wie der Brotkäfer Inhaltsstoffe wie Nikotin, Bitterstoffe oder Glykoside abbauen und auf natürliche Weise verwerten.

Befallene Lebensmittel sind nicht mehr zu gebrauchen. Sie werden durch Kot verunreinigt und sind für den Verzehr durch den Menschen nicht mehr geeignet. An der Zigarre ist der Schaden dann besonders schwerwiegend, wenn das Deckblatt durchgenagt ist. Dann zieht die Zigarre nicht mehr – und ist dementsprechend nutzlos. Auch Verpackungsmaterialien werden sehr häufig von den Tabakkäfern zerstört – meist wenn sie als erwachsene Insekten aus ihrem Kokon schlüpfen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Nach dem Erwerb gefährdeter Waren, sollten diese sofort auf einen eventuellen Befall überprüft werden. Die Kokons kleben in den meisten Fällen an den Innenseiten der Verpackungen. Diese müssen gegebenenfalls vernichtet werden. Befallene Tabakwaren sollten gut verpackt für wenige Tage in der Kühltruhe aufbewahrt und dann im Kühlschrank langsam wieder aufgetaut werden.

Um einem eventuellen Befall vorzubeugen, sollten Lebensmittel immer kühl und trocken gelagert, Vorratsschränke gründlich gesaugt und Vorräte in verschließbaren Geräten aufbewahrt werden. Sollte der Tabakkäfer dennoch auftreten, muss die Befallsquelle geklärt werden.

Schädlinge bei der Tabakernte

Der Tabakkäfer gelangt als Ei ans Tabakblatt und kann sich dort nach dem Schlüpfen als Larve sehr gut ernähren. Für die Tabakbauern gilt er als sehr große Bedrohung, da er für den Verfall einer ganzen Ernte verantwortlich sein kann. Um den Tabakkäfer in Silos oder auch in Lagerhallen zu bekämpfen, wird das befallene Vorratsgut mit Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserstoff begast. Auf Grund seiner tropischen Herkunft ist der Tabakkäfer aber auch äußerst empfindlich gegenüber kühlen Temperaturen. Wird Tabak konsequent bei niedriger Temperatur gelagert, kann er vor den Schädlingen geschützt werden.

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