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Burley Pfeifentabak
Obwohl er zu den „jüngeren“ Tabaksorten gehört, hat sich der Burley Pfeifentabak im Laufe der Zeit zu einem der beliebtesten Würztabake entwickelt. Kenner des Pfeifentabaks schätzen ihn aufgrund seines sehr eigenen Aromas und des damit verbundenen Geschmacks, der meist als schokoladenartig beschrieben wird.
Eine Laune der Natur
Es war im Sommer 1864 auf einer Farm nahe Higginsport, Ohio, als George Webb und Joseph Fore beim Durchstreifen der Tabakplantage eine seltsame Entdeckung machten: Sie fanden Abkömmlinge des ausgesäten Virginia-Tabaks, die jedoch eine andere Färbung aufwiesen. Den Pflanzen fehlte das Chlorophyll, eine Laune der Natur sorgte für einen Mangel des Farbstoffs in einigen Tabakpflanzen – die Geburtsstunde des Burley hatte geschlagen.
Frische Luft bringt das Aroma
Die Aussaat des Burley wird in den Monaten März und April vorgenommen, hierbei wird bewusst ein sehr feuchter Untergrund gewählt bzw. künstlich erzeugt. Im Mai beginnt dann die Umpflanzung der bisher gewachsenen Tabakpflanzen in ein trockeneres Umfeld. Dieser Prozess kann bis in den Juni, teilweise sogar bis in den Juli andauern.
Nach weiteren 60 Tagen erfolgt dann die Ernte des Tabaks, der aus der ganzen Pflanze gewonnen wird und nicht nur aus dessen Blättern, wie es etwa beim Virginia-Tabak der Fall ist. In großen, geöffneten Ställen lässt man den Burley dann für mindestens acht Wochen an der Luft trocknen. Hersteller bezeichnen diesen Teil der Produktion als „air-curing“. Während ein natürlicher Luftstrom den Tabak trocknet, wird diesem zugleich der Zucker entzogen. Außerdem nimmt der Burley bei der Trocknung seine typische braune Färbung an. Hierbei variiert das Farbenspektrum von hellbraun bis Mahagoni.
Ein Hauch von Schokolade
Ursprünglich stammt der Burley Pfeifentabak aus Kentucky und Tennessee, wird aber heute weltweit und sogar in Deutschland angebaut. Problematisch beim Anbau erweist sich jedoch immer wieder die geringe Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen Erkrankungen und Schädlinge. Aufgrund des geringen Zuckergehalts bietet der Tabak einen volleren Geschmack als etwa vergleichbare Virginia-Mischungen und weist zudem einen höheren Nikotingehalt auf. Burley-Liebhaber schätzen das kakaohafte Aroma dieses Tabaks. Um dieses Aroma noch zu steigern, können die Blätter der Tabakpflanze auf einer Schnur aufgehängt und über Feuer erhitzt werden. Burley wird in zwei Sorten unterteilt: Zum einen gibt es den White Burley, mit leichtem, süßlichen Geschmack. Der Kentucky Burley hingegen schmeckt eher schwer und kräftig.
Generell brennt dieser Würztabak sehr langsam und erzeugt einen kühlen Rauch, weshalb er sehr gut geeignet ist für Mischungen, die ansonsten schnell und stark abbrennen. Durch die hohe Saugfähigkeit des Burley ist er optimal für aromatisierte Mischungen, in denen sich das Aroma des Tabaks mit denen anderer Tabaksorten vermischen kann. Reine Burley-Mischungen werden heute hauptsächlich in den USA und in Dänemark produziert, man findet diese unter anderem in „MB London“, „Half&Half“ oder in dänischen Mischungen von MacBaren.






