IPCPR 2015/Teil 1:Unsere Erwartungen & Trends der letzten Jahre

Die International Premium Cigar & Pipe Retailers Association (kurz IPCPR) ist nicht nur die größte und älteste Zigarrenmesse der Welt. Sie ist mit Sicherheit auch die Spannendste. Wir waren auch dieses Jahr wieder mit dabei, diesmal fand das Spektakel im schönen New Orleans statt.  Hier gibt es jetzt schon mal unseren einleitenden Blogbericht: Unsere Erwartungen an die diesjährige Messe, außerdem die Trends der letzten Jahre. Im 2. Teil geht es dann um die Neuheiten der großen Marken und im 3. Teil um die Kleinen und Exoten.

Die International Premium Cigar & Pipe Retailers Association 2015 in New Orleans

Rocky Patel IPCPR

Benjamin Patock vom Noblego-Team ist auch dieses Jahr wieder in den Staaten vor Ort und wird die Neuerscheinungen genauer unter die Lupe nehmen. Wenn er dann zurück in Deutschland ist, wird es hier im Blog, so wie auch schon letztes Jahr, weitere Berichte zu den releases der großen und kleinen Hersteller geben.

Bereits im Vorfeld der IPCPR zeichnen sich immer schon Zigarrentrends ab. Letztes Jahr berichteten wir beispielsweise darüber, dass auf dem US-Markt kleine, nicht so bekannte Boutique-Zigarren durchaus viel geraucht werden. Die „The LEAF by Oscar“ ist beispielsweise so eine Zigarre, die wir auf der IPCPR entdecken konnten und mit nach Deutschland brachten. Unsere Kunden waren begeistert und genießen diese einzigartige Zigarre, die statt in eine Zellophanhülle in ein zusätzliches Tabakblatt eingewickelt wird, viel und immer wieder gern. Es zeigt sich also, dass die Trends der IPCPR durchaus nach Deutschland schwappen. Folgende Tendenzen zeichneten sich in den letzten Monaten ab.

 

Großes Ringmaß bleibt Trend – mit Einschränkungen

Wie mit Zigarren wie der Asylum 13 Goliath mit ihrem 80er Ringmaß oder den Zigarren von E.P. Carrillo schon gezeigt wurde, ein Ringmaß über 50 ist Trend. Ein Ring von 60 ist dabei ja schon so einiges an Umfang und nicht weniger Brands bringen Zigarren mit einem Ringmaß von 70 raus. Aber über ein 80er Ringmaß gehen vermutlich die wenigsten hinaus, hier ist dann meistens Schluss. So verrückt der amerikanische Markt auch sein mag, irgendwie müssen die guten Stumpen ja auch noch rauchbar bleiben.

Zigarren mit großem Ringmaß:

 

Dominante Deckblätter sind keine Pflicht

Bisher zeichnete sich jedes Jahr ab, welche Deckblätter gerade angesagt waren. So war 2014 etwa das Jahr der San Andres und auch Connecticut Shade Wrapper, wobei das San Andres Blatt am häufigsten verwendet wurde. 2013 machten Sumatra Blätter aus Ecuador das Rennen, 2012 waren es Karibik Blätter, diese ebenfalls aus Ecuador. 2015 besticht durch Vielfalt, sowohl San Andres Mexican Wrapper, als auch karibische Sorten, Connecticut Shade, Corojo und Connecticut Broadleaf scheinen stark vertreten zu sein. Wenn unser IPCPR-Experte Benjamin Patock wieder im Lande ist, gibt es hier im Blog eine detaillierte Auswertung.

 

Leichter Preisanstieg zu verzeichnen

Es zeichnen sich zwei Tendenzen ab. Zum einen ist in den letzten sieben, acht Jahren der etwas elitäre Glaube daran, dass eine gute Zigarre auch eine gute Stange Geld kosten muss ins Bröckeln geraten. Marken wie Flor de Selva verkaufen ihre guten Zigarren für um die 6 bis 8 Dollar (also von 5,50 bis 7 Euro) und bieten dem Aficionado damit eine erstaunliche Zigarre zum verhältnismäßig moderaten Preis. Durch ihre hervorragende Arbeit haben diese Brands einiges gegen das Klischee, dass gut immer auch teuer sein muss, getan. Gleichzeitig erscheinen viele neue Zigarren, die auf der IPCPR für um die 10 Dollar (etwas mehr als 9 Euro) verkauft werden, und die somit schon in einer Preiskategorie höher anzusiedeln sind. Das kann aber durchaus auch daran liegen, dass es so einige Neuerscheinungen gibt, die definitiv im Premium-Bereich anzusiedeln sind, weil sie mit seltenen Tabaken gefertigt werden. Womit wir auch beim nächsten Punkt wären.

 

Limitierungen, Special-Anfertigungen, seltene Tabake

Auch dieses Jahr ist auf der Messe wieder mit so einigen Zigarren zu rechnen, die das Siegel „Limited Edition“ tragen. Da werden sicher so einige Schmankerl dabei sein, die mit seltenen Tabaken oder speziellen, extra lang gereiften Tabakblättern auskommen. Dabei sollte aber natürlich im Hinterkopf behalten werden, dass diese Etikettierung natürlich nicht ganz problemfrei ist, sondern oft auch im Sinne des Marketings benutzt wird. Denn eigentlich ist jede Zigarre irgendwie limitiert. Das hängt allein schon damit zusammen, dass Tabak ein Naturprodukt ist und die Qualität einer Tabakernte von vielen nicht steuerbaren Faktoren (Qualität des Saatguts, Niederschlagsrate und Sonnenscheindauer im Jahr des Anbaus u. ä.) abhängt. Wenn eine Zigarre also als „limitiert“ angepriesen wird, sollte der Aficionado sich selbst durch genaue Recherche informieren, wie limitiert diese Zigarre tatsächlich ist. Und im Falle des Zweifels muss dann einfach abgewogen werden, ob man auch später damit leben kann, diese eine, leckere Zigarre nicht ein paar Mal gekauft und eingelagert zu haben, wenn es sie nicht mehr gibt.

 

Mix & Match: Was trinken zur Zigarre?

Diese Frage beschäftigt den Aficionado sowieso bei jedem Smoke. Und nun haben sich auch die Hersteller intensiver mit dieser Frage befasst und bringen zur IPCPR Zigarren auf den Markt, die besonders zu diesem einen Getränk gut passen sollen. Das ist natürlich eine nette Spielerei und kann auch ganz reizvoll sein. Grundsätzlich gilt aber wohl, dass jeder Aficionado nur selbst entscheiden kann, welches Getränk zur Zigarre am besten schmeckt. Ein Beispiel für solch eine Zigarre ist die Gurkha Grand Reserve Robusto, die mit Cognac veredelt wurde und sich am besten auch zu einem solch guten Tropfen genießen lässt.

Zigarren und Getränke

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