Tragant – der Zigarre Halt geben

Seit Jahrhunderten werden in Zentralamerika und der Karibik Zigarren auf höchstem Niveau hergestellt. Dabei stellt jeder Smoke ein Stück Handwerkskunst dar, dessen Fertigungsgeheimnis von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Doch wie schafft man es, eine Zigarre, die von Grund auf aus vielen Einzelbestandteilen der Tabakpflanze besteht, stets zu einem kompakten, haltbaren Produkt zu rollen, dessen Lagen bei der Aufnahme in die Hand fest zusammenhalten?

Die Herstellung aller Zigarren, ob Shortfiller, die im Inneren aus geschnittenem Tabak bestehen, oder Longfiller, deren Kern ganze Tabakblätter enthält, wird am Ende auf die gleiche Weise abgeschlossen. Zunächst wird das Umblatt um die Einlage gewickelt, um der Zigarre ihren ersten Halt zu geben. Abschließend wird das Deckblatt um die sogenannte Puppe geschlossen, um die einzelnen Tabakschichten zu festigen, ein glattes Äußeres herzustellen und der Zigarre zusätzliche Aromen zu verleihen. Am Ende dieses Prozesses wird das Deckblatt am Mundende der Zigarre mit Tragant verklebt. Bei Tragant handelt es sich um ein geschmackloses Pflanzenharz, das auf rein natürlicher Basis gewonnen wird. Jeder Zigarrenroller, auch Torcedor genannt, hat zum Verkleben des Deckblatts eine kleine Schale Tragant am Ende seines Tisches stehen. Die großen Vorteile von Tragant sind die Langlebigkeit und der neutrale Geschmack, wodurch das Aroma der Zigarre nicht beeinflusst wird. Aus den genannten Gründen findet Tragant auch im Bereich der Lebensmittelherstellung wie z.B. der Konditorei Verwendung.

Auch die Kappe, die die meisten Zigarren am Mundende verschließt und das Deckblatt zusätzlich festhält, wird mit Tragant fest verklebt, sodass sich das Deckblatt auch beim Anschnitt nicht lösen kann.

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