Zigarren selber machen: in drei Schritten zur eigenen Zigarre

Sie denken, Zigarren selber zu machen, sei leicht? Irrtum! Die Herstellung einer einzelnen Zigarre, ob es sich nun um eine im Toro-Format handelt oder um eine Belicoso, umfasst mehrere Phasen. Jede für sich ist sehr zeitintensiv und aufwendig. Wer eine handgerollte Zigarre im Stile einer Montecristo oder La Flor Dominicana herstellen möchte, muss diese drei Schritte absolvieren:

1. Tabak anpflanzen und pflegen

2. Tabakblätter ernten, trocknen und fermentieren

3. Zigarren rollen

Im Folgenden erhalten Sie eine Kurzanleitung, was Sie von der Aufzucht des Tabaks bis zum Rollen der Zigarre beachten müssen. Bevor Sie den Tabakbauern und Torcedores in Nicaragua oder Kuba Konkurrenz machen können, sollten Sie über genügend Erfahrung verfügen. Denn wie so oft kommt es auch in der Zigarrenproduktion auf die Feinheiten im Herstellungsprozess an.

1. Tabak anpflanzen, pflegen und ernten

Um Zigarren selber machen zu können, benötigt man eigenen Tabak. Anstatt Saatgut kubanischen Tabaks in die heimische Erde zu streuen und sich über allzu frühe Rückschläge zu ärgern, greifen Sie besser zu robusten deutschen Tabaksorten. Selbst wenn deutsche Zigarren eher mit karibischen Tabaksorten veredelt werden, so versprechen diese Pflanzen dem Hobbyzüchter zumindest einige Achtungserfolge.

Im Vorfrühling geben Sie die Samen in eine Pflanzschale, wo sie – mit ausreichend Wasser versorgt – nach 1 bis 3 Wochen zu keimen beginnen. Zunächst pikiert, werden sechs Wochen später die Pflanzen ins halbschattige Freibeet gegeben, jede an ihren eigenen Stab. Der Tabak muss vor Regen, Sonne, aber auch vor Frost geschützt werden, deshalb spannen Sie – wie die Tabakbauern in den Hochlagen Costa Ricas – am besten ein Tuch übers Beet. Geerntet werden dann die Tabakblätter zwischen dem 4. und dem 6. Monat nach Aussaat, bevor die Pflanze zu blühen beginnt. Die Ernte der großen, tiefgrünen Blätter erfolgt dann von unten nach oben. Ist die Ernte gelungen, folgt der nächste Schritt beim Zigarren Selber-Machen.

Zigarren aus kleinen Manufakturen:

2. Tabakblätter ernten, trocknen und fermentieren

Tabak bei der TrocknungNach der Ernte werden die Tabakblätter – nicht zu dicht – auf Schnüre aufgefädelt und zum Trocknen aufgehängt. Wenn der Tabak etwa vier Wochen später seine typisch braune Färbung aufweist, wird er in eine Fermentationsbox gegeben. Dies ist angesichts des deutschen Klimas vielversprechender als eine Selbstfermentation in Gang zu bringen. Bei Temperaturen zwischen 40°C und 50°C werden den Blättern in der Box Nikotin und weitere chemische Verbindungen zur späteren Entfaltung des Aromas entzogen.

Am besten fermentieren Sie nur ähnlich große Tabakblätter zusammen, die den gleichen Zustand aufweisen. Stark beschädigte Blätter, aus denen später die Einlage hergestellt wird, fermentiert man höchstens drei Wochen. Umblätter mit höherer Qualität lässt man etwa vier Wochen in der Box. Deckblätter aus dem besten Ernteertrag kann man – mit Ruhepausen im Kühlschrank – auch mehrfach fermentieren. Manche Zigarren des dominikanischen Herstellers León Jimenes enthalten beispielsweise doppelt fermentierte Tabake. Erst wenn Ihr Tabak beim Anbrennen sein charakteristisches Aroma entfaltet, kommt er zum Ruhen noch einen Tag in den Kühlschrank.

Arbeitsschritt Zeitpunkt / Dauer (etwa)
Aussaat Mitte März
Pikieren Ende März
Anpflanzen Mitte Mai
Ernten Mitte Juli – Mitte September
Trocknen + 4 Wochen
Fermentieren + 3 Wochen für Einlage+ 4 Wochen für Umblätter+ 4 Wochen für Deckblätter (mehrfaches Fermentieren mit Ruhepause möglich)

3. Zigarren rollen

Wer einmal eine Schaumanufaktur wie die von Drew Estate in Nicaragua besucht hat, weiß: Für das Zigarrenrollen brauchen Sie viel Platz, und am besten haben Sie vorher die Blätter entsprechend nach Einlage, Umblatt und Deckblatt vorsortiert. Folgende Utensilien sind ebenfalls unverzichtbar, um Zigarren selber machen zu können:

  • Schneidebrett
  • Rundmesser
  • Sprühflasche mit etwas Wasser
  • Zigarrenkleber
  • Zigarrenpresse

Zigarren rollenFür genügend Rollfeuchtigkeit besprühen Sie zunächst die trockenen Blätter ganz vorsichtig mit Wasser. Dann entfernen Sie behutsam den Blattstiel. Anschließend falten Sie genügend Einlageblätter längs der späteren Rauchrichtung. Um diese Bündel werden nun schrittweise die Umblätter gewickelt. Der Tabakstreifen sollte nicht zu lose und nicht zu fest anliegen, aber auch das danebenliegende Umblatt nicht zu stark überdecken.

In der Zigarrenpresse wird die „Puppe“ nun etwa eine Stunde lang in Form gebracht. Hier entscheidet sich jetzt, welches Format Ihre Zigarren haben wird: Auch wenn Sie es imposant lieben – für den ersten Versuch ist eine Robusto möglicherweise schon zu groß, daher sollten Sie sich als Anfänger eher an kleineren Formaten versuchen. Vielleicht eine schön gerade geformte Corona oder doch lieber eine etwas kleinere Panetela? Überstehenden Tabak schneiden Sie an der Puppe ab, bevor Sie das Deckblatt – Außenränder mit Zigarrenkleber bestrichen – nach und nach herumwickeln. Für den Zigarrenkopf schneiden Sie vorher den Tabakstreifen so zurecht, dass nach dem Einrollen nichts übersteht. Fertig ist Ihre erste selbstgefertigte Zigarre.

Fazit des Zigarren Selber-Machens

Frisch gerollte Zigarren können Sie innerhalb der ersten 24 Stunden rauchen. Mit einem Cutter schneiden Sie gekonnt die Spitze ab, dann entzünden Sie den Tabak mit einem Gasfeuerzeug. Spätestens einen Tag nach dem Rollen gehören Zigarren für eine Weile in den Humidor, um zu reifen. Alles in allem bedeutet es viel Arbeit, die eigenen Zigarren selber zu machen. Mit viel Glück erreichen Sie beim Geschmack und der Würze ansatzweise das Level einer professionell gefertigten Cohiba oder Romeo y Julieta. Allerdings bräuchten Sie dafür den im tropischen Klima gereiften kubanischen Tabak.

Zudem bestimmen die Wachstumsphase und die Sonnenstunde die Inhaltsstoffe, auch Trocknung und Fermentation haben einen großen Einfluss auf die Ausprägung des Aromas. In klassischen Zigarrenländern wie der Dominikanischen Republik oder Honduras würde sich noch eine mehrmonatige Lagerung des Tabaks anschließen, um – wie bei gutem Wein – die Aromen weiter „reifen“ zu lassen. Aufgrund der klimatischen Voraussetzungen wird Ihre Zigarre eine eher vergleichsweise milde Stärke haben.

Neben dem Aufwand dürfte auch der Preis für eine selbst gefertigte Zigarre nicht unerheblich sein. Was Sie für Saatgut, Pflege und Werkzeug investieren müssten, dürfte den Stückpreis für Ihre eigene Zigarre ordentlich in die Höhe treiben – es sei denn, Sie haben es auf Massenproduktion abgesehen. Daher ist unser Webshop für den Zigarrengenießer, der es unkompliziert und abwechslungsreich mag, die bessere Alternative. Hier finden Sie eine riesige Auswahl an Zigarren aus den besten Anbaugebieten der Welt.

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