Der Zigarrenring – das Aushängeschild jeder Zigarre

Der Zigarrenring, oft auch Bauchbinde oder Banderole genannt, ist das Markenzeichen einer jeden Zigarre. Oftmals bunt und liebevoll gestaltet gibt er Auskunft über die Marke und Serie einer Zigarre. Das Feature, welches heutzutage für Aficionados und auch Zigarrenneulinge zu jeder Zigarre einfach hinzugehört, gab es aber bei weitem nicht schon immer.

Der Ursprung des Zigarrenrings

Verschiedene Formen von ZigarrenringenJedoch wurde bereits im 18. Jahrhundert eine Art Zigarrenring verwendet. Dieser sollte vor allem zarte Frauenhände vor dem Schmutz der Zigarren bewahren. Allerdings bestand er damals nicht aus Papier, sondern aus kleinen Seidentüchern die etwa Zarin Katharina die Große um ihre Zigarren wickeln ließ. Später erkannte Gustav Bock einen weiteren Vorteil, welcher gleichzeitig auch der Grund ist, weshalb Bauchbinden bis heute so ziemlich jede Zigarre zieren: Die Banderole einer Zigarre ist ein Alleinstellungsmerkmal – eine Möglichkeit sich und seine Zigarre von anderen abzuheben und gleichzeitig auch eine Möglichkeit das Branding, den Wiedererkennungswert zu erhöhen. Auch kann ein ausgeklügeltes Design dem Zigarrenfreund ein bestimmtes Gefühl vermitteln und ein Image kreieren. So ist es ein großer Unterschied, ob der Zigarrenring kunterbunt gestaltet ist und so Lebensfreude mit vielseitigen Aromen suggeriert oder sehr schlicht gehalten ist und eher ein edles Bild vermitteln möchte. Dunkle Bauchbinden stehen nicht selten für einen kräftigen Geschmack. Helle dagegen eher für Milde – auch wenn sich dies wohl nicht gänzlich verallgemeinern lässt. Grundsätzlich ist es aber die Aufgabe eines Zigarrenrings die Schönheit des jeweiligen Deckblatts noch weiter hervorzuheben. Ein makelloses und einheitliches Deckblatt ohne größere Adern lässt das Herz eines jeden Zigarrenkenners höher schlagen und suggeriert einen durchdachten und wohlgemischten Geschmack.

Vor allem in Bezug auf kubanische Zigarren wird die Bauchbinde oder der Zigarrenring auch Anilla genannt. Daher stammt auch die Bezeichnung Anilladora für jene Frauen, die in der Zigarrenmanufaktur den Zigarrenring anbringen. Einige deutsche Aficionado sagen statt Bauchbinde auch ganz einfach Banderole. Welcher Begriff auch immer verwendet wird, gemeint ist immer dasselbe.

Zigarren mit aufwendig gestalteten Zigarrenringen:

Rauchen mit oder ohne Bauchbinde

Doch so schön die Banderole auch ist, soll man sie beim Rauchen nun dranlassen oder nicht? Ursprünglich als Schutz für die Finger gedacht, könnten Zigarrenneulinge denken, die Bauchbinde würde grundsätzlich beim Rauchen an der Zigarre belassen, dies stimmt aber so nicht. Lange Zeit war es eher üblich, sie zu entfernen. Heutzutage steht aber im Vordergrund, das wertvolle Deckblatt zu schützen. Entfernt man die Banderole einer Zigarre, kann dies zur Beschädigung des Deckblatts führen. Ein absoluter Fauxpas, der unbedingt vermieden werden sollte. So lassen viele die Bauchbinde lieber dran, bevor sie einen Schaden riskieren.

Wer sie aber gerne entfernen möchte, sollte die gewünschte Zigarre zunächst anzünden und wenige Minuten warten. Die Wärme, welche so die Zigarre durchströmt, weicht gleichzeitig den Kleber der Anilla etwas auf und ermöglicht ein relativ gefahrenloses Entfernen ohne Beschädigungen zu riskieren. Vor der Beschmutzung der Finger durch das Deckblatt oder die Asche haben Aficionados heutzutage keine Angst mehr.

Allerdings ist es auch nicht mehr üblich, wie etwa im 18. Jahrhundert, die Asche während des Rauchens mit den Fingern abzustreifen. In der Regel ist die Asche einer guten Zigarre sehr stabil, sodass sie während des Rauchprozesses lange an der Zigarre verbleibt. Ansonsten gibt es inzwischen spezielle Zigarrenaschenbecher, in welche sie hineinfallen kann. Auch die Zigarre selbst kann dort abgelegt werden und nach dem Rauchen in Ruhe ausglühen.

Zigarrenringe schüren die Sammelleidenschaft

Die Schönheit und Einzigartigkeit der meisten Banderolen hat auch die Sammelleidenschaft vieler Aficionados geschürt. So werden Bauchbinden besonderer Stücke gerne nach dem Rauchen aufbewahrt oder sogar in einem Bilderrahmen präsentiert, um an entspannte Stunden mit dem leckeren Longfiller zu erinnern. Zigarrenfreunden, die gerne Unterschiedliches ausprobieren, fällt es so leichter, den Überblick darüber zu behalten, welche Meisterwerke sie bereits probiert haben und welche noch in ihrer Kollektion fehlen.

Neulinge sollten, besonders bei Käufen in Kuba, der Dominikanischen Republik oder anderen beliebten Herstellerländern, beachten, dass es auch immer wieder gefälschte Zigarrenringe gibt. So ist es wichtig, sich vor dem Kauf genau über deren Aussehen und Farbgebung zu informieren und im Zweifel lieber die Finger von einem Schnäppchen zu lassen. Stattdessen findet man eine breite Auswahl an Zigarren verschiedenster Länder in seriösen online Shops wie hier bei Noblego oder auch beim deutschen Zigarrenhändler seines Vertrauens.

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