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Whisky – ein Getränk mit Tradition

Die Geschichte des Whiskys reicht weit zurück. Bereits im 5. Jahrhundert entdeckten (vermutlich irische) Mönche die Kunst des Destillierens. Verwunderlich ist der klösterliche Ursprung des hochprozentigen Getränks nicht, denn viele Spirituosen begannen ihre „Karriere" in den damaligen Klosterapotheken als medizinisches Allzweckmittel.

Dabei ist dies sicherlich die Spirituose mit der am längsten zurückreichenden Geschichte. In den vergangenen Jahrhunderten wurde er immer weiter verfeinert, durch den Export nach Nordamerika entstanden völlig neue Sorten und damit begann der Siegeszug des Whiskys einmal rund um die Welt.

Die Herstellung von Whisky

Es gibt die verschiedensten Arten und Weisen. Die Herstellungsverfahren variieren je nach Herkunftsland, je nach Brennerei und je nach Art des herzustellenden Whiskys. Hier eine allgemeine Übersicht zum Herstellungsverfahren von Whisky.

  • Verarbeitung des Getreides und Mischen mit Wasser zu Maische
  • Mehrmalige Destillation
  • Verdünnung des Destillats mit Wasser und mehrjährige Lagerung in Holzfässern
  • Abfüllung des Whiskys oder Weiterverarbeitung zum Endprodukt

Die jahrelange Reifung in Eichenfässern macht bis zu 80 Prozent des typischen Whiskey-Geschmacks aus. Man unterscheidet hier noch einmal nach diversen Holzsorten, der geografischen Lage des Lagerhauses, dem Mikroklima und der Dauer der Fassreifung.

Der kultivierte Rausch

Whiskey als Schnaps zu bezeichnen, käme unter Kennern des edlen Destillats einer Todsünde gleich. Wer heutzutage beim Whisky immer noch an irische Priester mit roter Knollennase und trübem Blick denkt, der verkennt den exklusiven Anspruch und auch das Statussymbol, welches sich dahinter verbirgt.

Whisky galt schon immer, mehr als jeder andere Hochprozentige, als Getränk des Kultivierten, des Geistreichen, der Kunst und der Politik.

Sir Winston Churchill, einer der bedeutendsten britischen Staatsmänner des 20. Jahrhunderts sagte einmal: ”The water was not fit to drink. To make it palatable, we had to add whiskey. By diligent effort, I learned to like it.” (Das Wasser war nicht zum Trinken geeignet, wir mussten Whiskey hinzufügen. Durch gewissenhafte Anstrengung habe ich gelernt, es zu mögen.) Die Liste der bedeutenden Persönlichkeiten, die ihre Liebe zum Whiskey bezeugten, wäre endlos, was aber eines ganz deutlich beweist: Wer Whiskey trinkt, bewegt sich in gehobenen Kreisen und weiß die geschmackliche Vielfalt dieses Destillats zu schätzen.

Schottischer Whisky (Scotch Whisky)

Rom wurde auf sieben Hügeln erbaut, Dufftown steht auf sieben Destillerien - Schottland exportiert jährlich über 347 Millionen Liter Whisky – hauptsächlich in die USA, nach Frankreich, Spanien und Japan. Der Hauptanteil entfällt dabei auf Blended Whiskys, erst seit wenigen Jahren sind die Single Malts auf dem Vormarsch.

Der schottische Whisky zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • er wird mindestens drei Jahre lang in Eichenholzfässern gelagert
  • das Malz wird vorwiegend über Torffeuer gedarrt
  • es wird kein Mais verwendet
  • er wird in der Regel zweimal destilliert (Pott-Still-Verfahren)

Scotch Whisky darf sich nur ein Destillat nennen, das in einer schottischen Destillerie hergestellt wurde, mindestens 40 Volumenprozent Alkoholanteil hat und mindestens drei Jahre in Eichenholzfässern unter Zollverschluss in Schottland gereift ist. Man unterscheidet den (schottischen) Whiskey noch einmal in drei Untergattungen:

  • Grain wird aus Weizen hergestellt und dient als Grundlage zum Mischen
  • Blends - Mischung oder auch Verschnitt aus verschiedenen Whiskeys, die großen Whiskymarken aus Schottland sind Blends, wie zum Beispiel: Johnnie Walker, Ballantine´s und Black and White
  • Malt Scotch Whisky; ein Destillat aus Malz; wird von Kennern besonders geschätzt, da jeder Whiskey einen eigenen, arttypischen Geschmack aufweist

Irischer Whiskey (Irish Whiskey)

Der Whiskey aus Irland ist weit über dessen Grenzen hinaus bekannt und bei Kennern sehr beliebt, das er wesentlich weicher und süßer schmeckt als der schottische Whisky. In Irland trinkt man den Whiskey nicht mit Eis, sondern höchstens mit ein wenig Wasser. Der Whiskey sollte beim Genuss handwarm sein.

Folgende Merkmale zeichnen den Irischen Whiskey aus:

  • das Malz wird nicht über Torffeuer gedarrt, dadurch milderer Geschmack
  • es wird kein Mais verwendet, dafür Hafer
  • Lagerzeit in Eichenfässern beträgt mindestens 3 Jahre
  • er wird dreimal destilliert

Die meisten Irischen Whiskey sind Blends. Ihr süßlicher Geschmack kommt dadurch zustande, dass das verwendete Malz nicht mit Rauch in Kontakt kommt. Bekannte Sorten sind zum Beispiel Jameson, John Power & Son (Blends), Bushmills Malt (Single Malt) oder Greenore (Single Grain)

Amerikanischer Whiskey (American Whiskey)

Amerikaner sind stolz auf ihren Whiskey und in den Hollywood-Filmen fallen sehr oft die Namen Jack Daniels, Four Roses und Jim Beam, die stellvertretend für den Whiskey der Welt stehen.

Amerikanischer Whiskey wird aus Roggen, Mais und Gerste hergestellt. Die bekannteste Sorte des amerikanischen Whiskey ist sicherlich der Bourbon, der aus mindesten 51 Prozent Mais hergestellt werden muss und 2 Jahre in frischen Eichenfässern lagert, die ihm seinen arttypischen Geschmack verleihen. Auch wenn Scotch und Irischer Whiskey nach wie vor die Premium-Marken sind, so hat sich der Amerikanische Whisky in den letzten Jahrzehnten doch einigen Respekt unter Kennern verschaffen können.

Der kanadische Whisky ist dem Amerikanischen sehr ähnlich, denn auch er besteht zum größten Teil aus Mais. Zum Grundrezept gehören aber auch Gerste und Roggen. Kanadas Destillat wird in den meisten Fällen als Blend hergestellt. Bekannte Sorten sind Black Velvet und Canadian Club.