Hecho a mano – von Hand gemacht, aber nicht ganz

Umlegen des DeckblattsDen Begriff „Hecho a mano” oder auch „handrolled“, ein Beweis für die handgefertigte Herstellung von Zigarren, wird jeder Aficionado, eventuell sogar jeder Einsteiger kennen. Er ziert oftmals nicht nur das Logo auf dem Humidor, sondern auf einigen Bauchbinden sogar die Zigarre selbst. Ins Deutsch übersetzt bedeutet er „von Hand gemacht“, dennoch bezeichnet dieser Begriff nur eine nahezu handgemachte Zigarre. Komplett handgefertigt sind nur Zigarren, die mit „totalmente a mano“ gekennzeichnet sind. „Hecho a mano“ hingegen bedeutet, dass der Wickel, also Einlage und Umblatt, von der Maschine gerollt wurde. Anschließend kann per Hand nochmal nachgerollt werden, bevor das Deckblatt in Handarbeit um die Zigarre gewickelt wird. Das Prädikat „Hecho a mano“ ist meistens bei Longfiller-Zigarren zu finden.

Die verschiedenen Tabakblätter

Die Stärke- und Geschmacksmerkmale eines Longfillers entscheiden sich bereits in der Blätterwahl. Die obersten Blätter werden ligero genannt, sie sind die dunkelsten und damit die kräftigsten im Geschmack. Die mittleren Blätter werden seco, die untersten volado genannt. Da an die untersten Blätter am wenigsten Sonne kommt, sind diese am mildesten im Geschmack. Auch der Anbauort der Pflanzen spielt eine große Rolle für die Entwicklung der Tabakblätter. Klimatische sowie geologische Verhältnisse sind ausschlaggebend für die Ausprägung von Größe und Geschmack. Nach der Ernte der drei verschiedenen Blättertypen liegt es jedoch am Torcedor und seinen Anweisungen, inwiefern es sich bei der zu herstellenden Zigarre um einen milden oder starken Typ handelt.

Arbeitsschritte für Hecho a mano-Zigarren

Nachdem die gereiften Tabakblätter der Fermentation unterzogen und sorgfältig durch die Despalilladoras, die die Mittelrippe des Tabakblattes entfernen, bearbeitet worden sind, werden sie noch ein zweites Mal fermentiert und anschließend den Torcedores, den Zigarrenrollern, übergeben. Bei Hecho a mano-Zigarren übernimmt den ersten Schritt des Rollvorgangs die Maschine, die aus den ausgewählten Einlageblättern und dem Umblatt die Puppe herstellt. Nach der Fertigstellung überprüft der Torcedor den fertigen Rohling und kann gegebenenfalls kleine Fehler durch Nachrollen beheben, damit jede Hecho a mano-Zigarre später einen idealen Zug aufweist. Generell ist die maschinelle Fertigung viel präziser und weniger anfällig gegenüber Fehlern, jedoch auch weniger individuell. Anschließend wird das Deckblatt ausgesucht und mit der Chaveta, einem Wiegemesser, in eine Sichelform geschnitten, um es besser um den Rohling wickeln zu können. Ist das Deckblatt fertig per Hand um die Puppe gewickelt worden, steht noch etwas Tabak am Zigarrenkopf über, der abgeschnitten wird. Ein rundes, zuvor ausgestanztes Stück Tabak wird dann mit Hilfe eines speziellen Klebstoffs am Kopf verleimt, um das Deckblatt zu befestigen und die Zigarre abzuschließen. Die sogenannte Kappe ist jenes Stück, das vor Rauchbeginn mittels eines Cutters abgeschnitten wird. Als finaler Arbeitsschritt wird die Bauchbinde von der Anilladora um die Zigarre gewickelt und mit Kleber befestigt.

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