RoMa Craft Tobac Neanderthal – der kräftigste Blend des Hauses
Die Neanderthal ist seit 2015 das Kraftpaket von RoMa Craft Tobac: San-Andrés-Deckblatt, Broadleaf-Umblatt und ein seltener Doppel-Ligero aus Pennsylvania. Die flach gekappten Formate HS, JCF und KFG wurden 2017 eigens für Europa aufgelegt.
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- Herkunft Nicaragua
- Rauchdauer 45 bis 60 Min
- Format Gran Corona
- Deckblattherkunft Mexico
- Einlage Dominikanische Republik, Nicaragua, USA
- Aroma Cremig, Erdig, Holz, Leder, Toast
- Form Rund
Der robuste Vetter: wie die Neanderthal entstand
Nach der CroMagnon, benannt nach dem frühen modernen Menschen, war der nächste Schritt in der Zeitreise von RoMa Craft Tobac naheliegend: der Neandertaler, der kräftigere, gedrungenere Verwandte, der vor rund 40.000 Jahren verschwand. Skip Martin und Mike Rosales wollten eine Zigarre, die spürbar stärker ist als alles, was die Marke bis dahin gebaut hatte, ohne dabei grob zu werden. Im Mai 2015 erschien das erste Format, die HN, ein Figurado mit auffällig flach gekapptem Kopf. Diese flache Kappe wurde zum Erkennungszeichen der Linie – alle späteren Formate tragen sie, und in den USA liegt den Kisten traditionell eine Rasierklinge bei, mit der sich der Kopf am besten anschneiden lässt. In den Folgejahren kamen Kleinauflagen wie die SGP, die HoxD und die H-Town-Lancero OM dazu, bis die Linie 2017 um drei Formate erweitert wurde, die zunächst ausschließlich für den europäischen Markt bestimmt waren.
Diese drei – HS, JCF und KFG – sind die Formate, die Sie heute bei Noblego finden. Dass sie zuerst in Europa erschienen, hatte einen praktischen Grund: Neue Zigarren unterliegen in den USA seit 2016 einem aufwendigen Zulassungsverfahren, während sie in Europa ohne diese Hürde eingeführt werden können. RoMa Craft nutzte das, um die Neanderthal für seine europäischen Partner auszubauen. Was die Buchstabenkürzel bedeuten, hat die Marke nie offiziell erklärt; in der Fangemeinde gelten sie als Insider-Anspielungen auf Personen und Begriffe aus dem Umfeld der Firma.
Aufbau, Tabake und Formate der Neanderthal
Die Kraft der Neanderthal kommt aus der Einlage. Neben Tabaken aus den nicaraguanischen Anbaugebieten Estelí, Condega, Jalapa und Pueblo Nuevo sowie einem Anteil Olor aus der Dominikanischen Republik steckt darin ein Doppel-Ligero aus Pennsylvania, der unter der Bezeichnung GR-S1 geführt wird. Diese in den USA gewachsene Sorte gehört zu den stärksten Tabaken, die überhaupt in Premiumzigarren verarbeitet werden, und ist für den charakteristischen Schub der Linie verantwortlich. Zusammengehalten wird die Einlage von einem Connecticut-Broadleaf-Umblatt aus den USA, das Süße und Erdigkeit beisteuert. Außen liegt ein dunkles, sorgfältig selektiertes San-Andrés-Deckblatt aus dem mexikanischen Bundesstaat Veracruz, das mit seiner typischen Kombination aus Erde, Kakao und leichter Bitterkeit das Fundament abrundet. Gerollt wird in der markeneigenen Manufaktur Nica Sueño in Estelí.
Die drei Europa-Formate decken unterschiedliche Rauchdauern ab. Die KFG ist mit 12,1 Zentimetern Länge und Ringmaß 56 der dickste und kürzeste Vertreter – kompakt, kühl im Rauch und sehr ergiebig. Die JCF misst 13,3 Zentimeter bei Ringmaß 50, also klassisches Robusto-Maß, und bietet das ausgewogenste Verhältnis zwischen Deckblatt und Einlage. Die HS ist mit 14,6 Zentimetern und Ringmaß 46 das längste und schlankste Format, bei dem das San-Andrés-Deckblatt am stärksten in den Vordergrund tritt. Alle drei kommen in Massivholzkisten zu 15 Stück und brauchen etwa 45 bis 75 Minuten. Preislich liegt die Neanderthal am oberen Ende des RoMa-Craft-Programms, bei rund 13 bis 14 Euro pro Zigarre – ein Aufpreis, der dem seltenen Pennsylvania-Tabak und der kleinen Produktionsmenge geschuldet ist.
Geschmack: Pfeffer, Espresso und Kraft für erfahrene Raucher
Die Neanderthal beginnt mit einer deutlichen Pfefferwelle – schwarz, rot und weiß zugleich –, die vom San-Andrés-Deckblatt und dem Ligero getragen wird. Nach dem ersten Zentimeter ordnet sich der Rauch: Tabaksüße, Backgewürze und Eichenholz treten hervor, später Kakao, Karamell, Sandelholz, frisch gemahlener Kaffee und eine mineralische Note, die an das Deckblatt erinnert. Zum Ende hin wird der Pfeffer heller und wechselt in Richtung Cayenne, der Abgang bleibt lang und cremig. Die Stärke ist von Anfang an hoch und bleibt es über die gesamte Rauchdauer – die Neanderthal ist eine starke Zigarre im eigentlichen Wortsinn und nichts für den nüchternen Magen. Kenner empfehlen, die Kisten einige Wochen bis Monate im Humidor ruhen zu lassen; mit etwas Reife rückt der Pfeffer in den Hintergrund und die Süße kommt deutlicher zur Geltung.
Im Vergleich zu den Schwesterlinien ist die Einordnung einfach: Die CroMagnon ist erdig und kräftig, die Aquitaine würziger, die Neanderthal setzt noch einmal eine Stufe drauf und bleibt dabei überraschend komplex. Wer die Linie kennenlernen möchte, beginnt am besten mit der JCF, deren Robusto-Maß den Blend am ausgewogensten zeigt. Die KFG ist mit Ringmaß 56 die kühlste und cremigste Variante, die HS die intensivste, weil der Deckblattanteil hier am größten ist.
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Die Neanderthal richtet sich an erfahrene Raucher, die Kraft mit Aroma verbinden möchten – als Abschluss eines reichhaltigen Essens oder als Zigarre für einen langen Abend mit einem Rum oder Whisky zur Seite. Bei Noblego finden Sie die drei Europa-Formate HS, JCF und KFG einzeln und in der 15er-Kiste, jeweils mit Angaben zu Deckblatt, Umblatt, Einlage, Stärke und Rauchdauer. Da RoMa Craft bewusst in kleinen Mengen fertigt und der Pennsylvania-Tabak nur begrenzt verfügbar ist, sind einzelne Formate zeitweise vergriffen; ein Blick auf die Verfügbarkeitsanzeige lohnt sich. Unser Rat für den ersten Kontakt: nicht auf leeren Magen, mit genügend Zeit und am besten mit der JCF.
