Filtern nach

1 Artikel

1 Artikel

Der Cognac – Frankreichs vollmundiger Branntwein

Herkunftsregion des Cognacs ist die Gegend um die Stadt Cognac, die ihren Namen auch für das bekannte Weinanbaugebiet in Westfrankreich hergibt. In dem Gebiet sind einige traditionsreiche Cognac-Häuser ansässig, die bereits seit Jahrhunderten den beliebten Weinbrand herstellen und vertreiben. Bekannte Marken sind z.B. A. de Fussigny, Courvoisier, Thomas Hine & Co. und Rémy Martin.
Seit 1930 werden die Cognacs in sechs Qualitätsstufen unterteilt. Diese sind nach den Anbaugebieten in absteigender Reihenfolge eingeteilt: Grande Champagne, Petite Champagne, Borderies, Fins Bois, Bons Bois und Bons Ordinaires. Ein Cognac, der zu mindestens 50% aus der Grande Champagne und der Rest aus der Petite Champagne kommt, ist besonders edel und wird Fine Champagne genannt.

Anbau und Herstellung

Im Wesentlichen werden drei Rebsorten für die Cognac-Produktion angebaut. Die Trebbiano (auch Ungi Blanc) nimmt dabei mit 90% den größten Anteil ein. Die restlichen 10% teilen sich die Folle Blanche, die Colombard und einige weitere Sorten.
Zunächst wird aus den Trauben ein 8-prozentiger Wein hergestellt, der anschließend in einer Brennblase, der ‚alambic charentais‘, destilliert wird. Die maximal 30 Hektoliter fassende Brennblase wird mit 25 Hektoliter Wein befüllt, der dann 24 Stunden lang insgesamt zwei Mal erhitzt wird. Der dabei austretende Alkoholdampf kondensiert und wird zum ca. 30-prozentigen ‚brouilis‘ und im zweiten Durchgang zum bis zu 72-prozentigen ‚bonne chauffe‘.
Anschließend reift der Weinbrand in Holzfässern, meist aus Eichenholz
. Die Mindestdauer sind hierbei vier Jahre, bessere Cognacs benötigen aber erheblich längere Reifezeiten. Durch die Lagerung verdunstet ein Teil des Alkohols, was den Cognac milder macht. Pro Jahr nimmt der Alkoholgehalt um etwa 1,5 Vol.-% ab. Zwar sind die Zugabe von Wasser, Zucker und Zuckerkulör erlaubt, bei hochwertigen Cognacs wird aber darauf verzichtet.

Die Klassifizierung

Ein Cognac wird traditionsgemäß aus der ‚Assemblage‘ (Komposition) verschiedener Branntweine gewonnen. Zwar ist dies keine Pflicht, wird aber dennoch bei den meisten Marken praktiziert. Die Angaben auf dem Etikett beziehen sich dabei immer auf den jüngsten der hinzugegebenen Branntweine. Bei der Bezeichnung VS muss dieser mindestens zwei Jahre alt sein, bei V.S.O.P., Vieux, V.O. und Resérve mindestens vier Jahre. Die hochwertigsten Cognacs mit den Bezeichnungen Napoléon, XO, Extra, Hors d´âge, Royal, Très Vieux und Vieille Réserve müssen derzeit mindestens sechs Jahre, ab 2016 sogar zehn Jahre reifen.
Viele Cognac-Häuser bewahren in ihren Kellern Sammlungen uralter Brände auf, die teilweise bis ins 18.Jh zurückreichen. Diese werden besonders hochwertigen Cognacs hinzugefügt und machen sie so zu Meisterstücken, die nicht für unter 1.000 Euro pro Flasche zu bekommen sind.

Der richtige Genuss

Wer seinen Cognac richtig genießen möchte, sollte beim Trinken auf einige Regeln achten. Da der Alkohol und mit ihm das Bukett des Cognacs an der Luft schnell verfliegt, sollte man ihn erst kurz vor dem Verzehr einschenken. Dazu gibt es spezielle bauchige Cognac-Gläser. In den Cognac-Häusern wird für die Verkostung allerdings meist ein Sherry- oder Tulpenglas verwendet, welches im unteren Teil leicht bauchig ist, sich nach oben hin aber verjüngt. Wichtig ist vor allem, dass das Glas das Schwenken des Cognacs erlaubt.

Die ideale Trinktemperatur eines Cognacs liegt bei 16-18°C.