Der Abbrand von Zigarren – was ist gut, was ist schlecht?

Der Abbrand einer Zigarre ist ein wichtiges Kriterium für ihre Qualität. Eine gute Zigarre hat einen guten Abbrand. Das bedeutet, dass sie gleichmäßig abglimmt. Eine gute – handgemachte – und korrekt gelagerte Zigarre erkennt man demnach auch daran, dass sich beim Abglimmen eine gleichmäßige Aschekrone bildet.Brennende Zigarre

Die Mischung der Tabake spielt dabei nicht nur für das Aroma einer Zigarre eine wichtige Rolle, sondern bestimmt auch die Qualität des Abbrands. Die Brennqualität der unterschiedlichen Tabakblätter nimmt von unten nach oben ab. Die untersten Blätter einer Tabakpflanze, die sogenannten Volados sind zwar allgemein nicht so kräftig, dafür aber reich an Mineralien und brennen daher sehr gut ab. Die Seco-Blätter, die in der Mitte der Pflanze wachsen, sind dagegen geschmacklich etwas würziger, brennen jedoch auch schlechter. Am oberen Ende der Tabakpflanze befinden sich die Ligero-Blätter, die für ihre Stärke und den äußerst kräftigen Geschmack, aber auch, dank ihrer festen und dicken Struktur, für schlechte Abbrandeigenschaften bekannt sind. Die unterschiedliche Brennqualität ist neben dem Geschmack ebenso ausschlaggebend für den Aufbau einer Zigarre bei der Rollung. Die schlecht abbrennenden Ligero-Blätter werden im Inneren der Zigarre positioniert, da dort die höchste Brenntemperatur entsteht, um ihn herum wird der Seco-Tabak gelegt, der leicht brennende Volado bildet den äußeren Abschluss. Wird dieser Aufbau beim Fertigen der Zigarre eingehalten, steht einem perfekten Abbrand eigentlich nichts mehr im Wege.

Zigarren mit perfektem Abbrand:

Anzeichen und Ursachen für einen nicht idealen Abbrand

Eine Zigarre brennt dann nicht ideal ab, wenn sie schief abglimmt. Ursachen für einen nicht wünschenswerten, schiefen Abbrand können eine schlechte Verarbeitung, schlechtes oder falsches Anzünden oder auch die fehlerhafte Lagerung der Zigarre sein.

Bei der Verarbeitung kann zum Beispiel die Rollung ungleichmäßig sein. Aber auch qualitativ minderwertige Tabake oder eine fehlerhafte Tabakzusammensetzung kann eine schlechte Verarbeitung ausmachen und damit für einen alles andere als idealen Abbrand sorgen. So dürfen beispielsweise die Blattadern nicht zu dick sein. Auch die Qualität des Deckblatts muss stimmen, um einen guten Abbrand zu garantieren. Hochwertige Zigarrenproduktionen prüfen ihre Zigarren regelmäßig auf einen gleichmäßigen Abbrand.

Die Zigarren sollten unbedingt in einem guten Humidor gelagert werden, der sie im rechten Maße befeuchtet und dafür sorgt, dass sie weder zu trocken, noch zu nass sind. Denn auch diese Aspekte können einen nicht idealen Abbrand verursachen.

Es gibt drei verschiedene Arten von Abbränden, die für den Aficionado nicht wünschenswert sind.

  • Schiefbrand: Bei dem sogenannten Schiefbrand oder Canoeing brennt die Zigarre nur einseitig ab. Die Ursache dieses Fehlbrandes liegt meist in einer schlechten Verarbeitung der Zigarre.
  • Kraterbrand: Tritt ein Kraterbrand, auch Tunneling genannt, auf, bedeutet das, dass sich das Brandende nicht zu einem Kegel, sondern zu einer Vertiefung, einem Krater, formt. Auch hier liegt meist ein Verarbeitungsfehler vor.
  • Kegelkraterbrand: Diese Form eines Fehlbrandes muss nicht mit der Rollung der Zigarre zusammenhängen. Auch andere Einflüsse können eine Rolle spielen. Die Zigarre brennt dabei im Zentrum zwar korrekt kegelförmig ab, nach außen bildet sich jedoch ein Überstand. Das kann passieren, wenn statt eines Volado Blattes ein Seco Blatt als Um- und Deckblatt verwendet wird.

Was einen guten Abbrand ausmacht

Bei Longfiller-Zigarren macht eine gleichmäßige und möglichst schmale Glimmnaht (rund 1-2 Millimeter) einen guten Abbrand aus. Idealerweise steht diese Naht in einem 90 Grad Winkel zur Zigarre.

Der ideale Abbrand einer Zigarre ist jedoch nicht schnurgerade, sondern zum Ende kegelförmig: Der sogenannte Kegelbrand. Diese Art von Abbrand kann nur bei einer perfekt gerollten Zigarre entstehen. Beim Abbrennen der Zigarre bleibt die Asche kegelförmig stehen.

Übrigens: Bei den oft maschinell gerollten Shortfiller-Zigarren kann der Aficionado für gewöhnlich immer von einem geraden Abbrand ausgehen. Das liegt daran, dass das Umblatt meistens aus Tabakpapier besteht. Zudem besteht die Füllung aus kleinen Tabakstückchen, die zwar schneller, dafür aber gleichmäßiger abbrennen. Bei Shortfillern ist ein gerader Abbrand darum kein Qualitätskriterium, da man es als die Regel und nicht als Besonderheit annimmt. Einen Kegelbrand wird ein Shortfiller hingegen nicht erreichen.

Zuletzt sollte jeder Aficionado bedenken, dass ein schiefer oder in einer anderen Form ästhetisch nicht wünschenswerter Abbrand zwar ärgerlich ist, aber dem Geschmack der Zigarre in der Regel keinen Abbruch tut. In diesem Sinne: Auf einen guten Smoke!

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