Nikotin – der Glücksstoff beim Rauchen

Nikotin ist eine Droge und in hohen Dosen ein Nervengift. Es kommt auf natürliche Weise in der Tabakpflanze (Nicotiana tabacum) vor, die ursprünglich aus Amerika stammt. Das in den Blättern vorhandene Nikotin dient der Pflanze zur Abwehr von Insekten. Indianer benutzten Tabak bereits seit Hunderten von Jahren zu rituellen Zwecken.

1. Die Herkunft der Tabakpflanze

2. Die Wirkung des Nikotins

3. Die Entstehung der Nikotinabhängigkeit

Die Herkunft der Tabakpflanze

Von der Existenz von Tabakpflanzen erfuhr die Welt durch die Expeditionsreisen Christopher Kolumbus‘. Namensgeber für den Wirkstoff war der französische Gesandte Jean Nicot, der die Einführung von Tabak als Heilpflanze in Frankreich initiierte. Damals legte man Tabakblätter auf offene Wunden oder trank den Saft der Pflanze bei Magenschmerzen. Im heutigen Gebiet Deutschlands ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm um 1650 Hugenotten ansiedeln, die den Tabakanbau kultivierten. Wenig später wurden in Mannheim die ersten Läden für Schnupf– und Kautabak eröffnet. Ab 1688 breitete sich der Anbau auch über die südlichen und nördlichen Gebiete des heutigen Deutschlands aus.

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Die Wirkung des Nikotins

Nikotin selbst wird nicht als krebserregend eingestuft – hierfür sind andere Stoffe des Tabakrauches verantwortlich. Durch die Wirkung des Nikotins auf den Körper entsteht die Sucht nach Zigaretten, die dann die Krebsentstehung fördern. Je nach Menge an Nikotin variiert die Wirkung auf den menschlichen Organismus. Bei geringen Mengen wirkt Nikotin anregend. Beim Rauchen wird Nikotin über die Lunge in das Blut aufgenommen und erreicht auf diesem Wege bereits nach sieben bis acht Sekunden das Gehirn. Dies geschieht schneller als per Injektion in die Vene. Begünstigend kommt hinzu, dass das inhalierte Nikotin nicht über Stoffwechselprozesse abgebaut wird, bevor es das Gehirn erreicht. Die schnelle Wirkung von geringen Mengen lässt sich durch die nikotinergen Rezeptoren im Gehirn erklären. Das sind Nervenzellen, die die Reize weiterleiten, die Ausschüttung von Adrenalin, Dopamin und Serotonin bewirken und eine Reihe physiologischer Reaktionen auslösen.

406148_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.deDurch die Ausschüttung von Noradrenalin schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt. Nikotin beeinflusst die Nahrungsaufnahme zum einen dadurch, dass es den Appetit verringert und zum anderen dadurch, dass eine Steigerung des Ruheenergieverbrauchs hervorgerufen wird. Des Weiteren wird die Darmtätigkeit angeregt, was zu einem schnelleren Stoffwechsel und auch zu Durchfällen führen kann. Nikotin fördert auch die Blutgerinnung beim Menschen und durch die Erregung der Schmerzrezeptoren ist die Schmerzempfindlichkeit erhöht. Die Hauttemperatur sinkt und lässt Raucher schneller frieren. Zu den psychischen Reaktionen zählen die stimulierenden Effekte wie eine erhöhte Leistungsbereitschaft und eine verbesserte Gedächtnisleistung. Zudem werden die körperlichen Bedürfnisse Müdigkeit, Angst oder Unsicherheit unterdrückt.

Bei hohen Mengen Nikotin kommt es zu Blockaden der physiologischen Effekte. Vergiftungserscheinungen verlangsamen die Herz- und Atmungsfrequenz. Die tödliche Menge an Nikotin variiert sehr und hängt von der jeweiligen physiologischen Konstitution und von der Nikotintoleranz ab. Eine ungefähre Angabe ist die Orientierung am Körpergewicht. Ab einer Menge von 1 mg pro kg Körpergewicht kann die Dosis Nikotin tödlich sein. Andere Quellen berichten von einer tödlichen Menge von 50 mg/kg Nikotin, diese können beim Verschlucken von vier bis fünf Zigaretten erreicht werden. Besonders für Kinder kann bereits das Verschlucken von nur einer Zigarette tödlich sein. Das alleinige Rauchen von Zigaretten kann diese Menge nicht erreichen, da pro Zigarette nur ein bis zwei Milligramm Nikotin aufgenommen werden.

Die Entstehung der Nikotinabhängigkeit

Nikotin macht sehr schnell abhängig – psychisch sowie physisch. Mehrere Faktoren spielen dabei zusammen und lassen den Nikotinkonsum zu einer starken Sucht werden, wodurch bei einer unzureichenden Nikotin-Zufuhr Entzugserscheinungen auftreten. Grund für die physische Abhängigkeit ist die Wirkung des Nikotins im Gehirn. Es dockt an Nikotinrezeptoren an und stimuliert so das Belohnungszentrum, wodurch Dopamin ausgeschüttet wird. Nikotin bewirkt jedoch auch die Ausschüttung von zwei weiteren Stoffen, GABA und Glutamat, die den Dopamin-Spiegel zusätzlich erhöhen. Sobald der Spiegel wieder sinkt, entsteht das Verlangen nach einer weiteren Nikotin-Zufuhr und Entzugserscheinungen treten auf. Erschwerend kommt hinzu, dass der Körper immer mehr Nikotinrezeptoren ausbildet, die nach Nikotin verlangen. Es wird also mehr Nikotin benötigt, um den gleichen Dopaminspiegel zu erreichen – man spricht von der Ausbildung einer Toleranz. Der erhöhte Dopaminspiegel zieht weitere Veränderungen im Gehirn nach sich, so werden weitere Bahnen im präfrontalen Cortex stimuliert. Die Belohnung wird mit bestimmten Situationen assoziiert wie dem Kaffee- oder Biertrinken. Es entsteht eine Konditionierung, die im Bereich der psychischen Abhängigkeit einzuordnen ist.

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