Plasencia Alma del Campo – die Seele des Landes
Die Plasencia Alma del Campo ist die zugängliche Schwester der Alma Fuerte: ein nicaraguanischer Puro, 2017 als zweites Kapitel der Alma-Serie erschienen und den Feldern der Familie gewidmet. Cremig, nussig und zurückhaltend bis mittelkräftig, als Robusto Tribu, Toro Gordo Sendero und Gordo Madroño.
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- Herkunft Nicaragua
- Format Toro Gordo
- Deckblattherkunft Nicaragua
- Einlage Nicaragua
- Aroma Cremig, Erdig, Holz, Kaffee, Kakao, Karamell, Nuss, Süß, Vanille, Weißer Pfeffer, Zimt
- Form Rund
Eine Hommage an die Felder und die Menschen, die sie bestellen
„Alma del Campo“ bedeutet „Seele des Landes“ – und für eine Familie, die seit 1865 Tabak anbaut, ist das Land der Ursprung von allem. Die Plasencias bewirtschaften in Nicaragua mehrere Hundert Hektar in Estelí, Condega, Jalapa und auf der Insel Ometepe, und mit der Alma del Campo wollten sie eine Zigarre schaffen, die genau diese Herkunft in den Mittelpunkt stellt: Tabak ausschließlich von eigenen Farmen, gerollt in der eigenen Fabrik in Estelí. Vorgestellt wurde die Linie im Sommer 2017 auf der Branchenmesse in Las Vegas, weniger als ein Jahr nach der Alma Fuerte, mit der die Familie unter dem Dach ihrer Vertriebsgesellschaft Plasencia 1865 erstmals unter eigenem Namen angetreten war.
Dass die Familie überhaupt eigene Zigarren anbietet, ist vergleichsweise neu. Seit den 1960er-Jahren bauen die Plasencias in Nicaragua und Honduras Tabak an, und über Jahrzehnte verkauften sie ihre Blätter an andere Marken oder rollten in ihren Fabriken für fremde Namen – nach eigener Schätzung stammt ein großer Teil des Tabaks für Premiumzigarren auf dem US-Markt von ihren Feldern. Erst 2016 gründete Nestor Andrés Plasencia, der das Unternehmen in fünfter Generation führt, die Vertriebsgesellschaft Plasencia 1865, um den direkten Kontakt zum Genießer herzustellen. Der Vorteil für den Raucher liegt auf der Hand: Kaum ein Hersteller hat Zugriff auf so viele Tabake aus so vielen Regionen und auf so große Vorräte gereifter Blätter wie Plasencia.
Die Alma-Serie war von Anfang an als Reihe von fünf Zigarren geplant, die jeweils eine Facette der Familiengeschichte erzählen. Nach der kräftigen Alma Fuerte brauchte es ein Gegenstück für Raucher, die den Plasencia-Stil ohne viel Nikotin kennenlernen wollten – die Alma del Campo. Auch die Formatnamen bleiben beim Thema: Tribu (Stamm), Sendero (Pfad), Madroño (Erdbeerbaum, der Nationalbaum Nicaraguas), Guajiro (Landarbeiter) und Travesía (Überfahrt) beschreiben das Leben auf dem Land. Die Kisten tragen wie bei allen Alma-Zigarren den schweren Deckel, der sich umgedreht als Aschenbecher nutzen lässt.
Aufbau, Deckblatt und Formate der Alma del Campo
Die Alma del Campo ist ein Puro: Deckblatt, Umblatt und Einlage stammen aus Nicaragua und von den Farmen der Familie. Das Deckblatt ist ein Criollo in der Farbe von Milchschokolade, deutlich heller als das dunkle Jalapa-Blatt der Alma Fuerte, und die Einlage mischt gereifte Tabake aus den vier Plasencia-Regionen so, dass die süßen Jalapa- und die ausgewogenen Condega-Anteile den Ton angeben. Die Stärke ist bewusst zurückgenommen; im Shop ist die Linie im unteren bis mittleren Stärkebereich eingestuft, in Verkostungen wird der Körper im zweiten Drittel etwas voller.
Weltweit gibt es die Linie in fünf Größen, bei Noblego finden Sie die drei wichtigsten. Die Tribu ist ein klassischer Robusto mit Ringmaß 52 und 12,7 Zentimetern Länge – die handlichste Variante für rund 45 bis 60 Minuten und die naheliegende erste Begegnung mit der Linie. Die Sendero ist ein Toro Gordo mit Ringmaß 56 und 15,2 Zentimetern, der das Profil über gut eineinhalb Stunden ausbreitet. Die Madroño schließlich ist ein ausgewachsener Gordo mit Ringmaß 58 und 16,5 Zentimetern; sie ist die cremigste der drei, weil das große Ringmaß das Deckblatt zurücktreten lässt und die Einlage betont, und sie reicht für zwei Stunden. Geliefert wird in Zehnerkisten aus Holz, die Preise liegen bei rund 19 bis 25 Euro pro Zigarre.
Cremig, nussig, mit Zeder und Karamell: Plasencia Alma del Campo bei Noblego bestellen
Die Alma del Campo beginnt weich und cremig mit Zedernholz, Nuss und Tabakaroma, dazu eine leichte Süße nach Karamell und braunem Zucker. Im Verlauf treten Kaffee und Kakao hinzu, ein Hauch Vanille und Zimt, und im Retrohale eine zarte Note weißen Pfeffers, die die Cremigkeit angenehm kontrastiert. Verkoster beschreiben außerdem florale Töne und gemischte Früchte, besonders im Mittelteil; das letzte Drittel wird etwas erdiger und würziger, bleibt aber ohne Schärfe. Der Rauch ist dicht und weich, die Asche fest und hellgrau, Zug und Abbrand gehören zum Besten, was Plasencia zu bieten hat.
In der Fachpresse schneidet die Linie solide ab: Cigar Coop bewertete die Tribu mit 89 Punkten und sprach eine Kaufempfehlung aus, halfwheel vergab 87 Punkte für die Madroño. Die Unterschiede in den Bewertungen erklären sich vor allem durch das Format: Im Robusto bleibt das Profil klar und nuanciert, in der großen Madroño dominiert die cremige Einlage, was manche Verkoster als weniger abwechslungsreich empfinden, andere gerade als Stärke. Wer die Linie zum ersten Mal raucht, beginnt deshalb am besten mit der Tribu und steigt erst dann auf die größeren Ringmaße um. Wichtiger als Zahlen ist ohnehin die Rolle, die die Alma del Campo im Sortiment spielt: Sie ist die Plasencia für den Nachmittag, zum Kaffee oder zu einem leichten Weißwein, und die Zigarre, die man Freunden anbietet, die kräftige Nicaraguaner scheuen. Wer sie nebeneinander mit der Alma Fuerte raucht, versteht, was Deckblatt und Reifung aus demselben Anbau machen können. Bei Noblego erhalten Sie Tribu, Sendero und Madroño einzeln zum Probieren oder in der Zehnerkiste.
