Einlage – die Zigarre von innen

Als Einlage, im Englischen Filler oder im Spanischen Tripa genannt, werden die verschiedenen Tabakblätter in der Zigarre bezeichnet, die von dem Umblatt und Deckblatt umschlossen werden. Je nach Verarbeitung der Tabakblätter unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Einlageblatt-Formen in:

Longfiller-Zigarren

Rocky Patel Private Cellar ToroLongfiller sind das Non plus ultra in der Zigarrenproduktion. Zigarren, die was auf sich halten, werden aus Longfiller-Tabaken gerollt. Ihre Einlage besteht dabei aus ganzen Tabakblättern und nicht aus gerissenem Blattgut. Dem Format und der Größe der Zigarre entsprechend, werden die Tabakblätter der Länge nach gefaltet und schließlich zur Zigarre gerollt. Dabei kann die Einlage verschiedentlich zusammengestellt sein. Meist werden drei bis vier verschiedene Einlageblätter, die auch Picadura genannt werden, verwendet. Es gibt aber auch Zigarren mit fünf Einlageblättern. Diese stammen in der Regel aus mehreren Ernten oder verschiedenen Anbaugebieten. Häufig werden auch Tabakblätter verschiedener Anbauländer kombiniert. Dabei kommen sowohl Ligero, Seco als auch Volado-Blätter zum Einsatz.

Bei der Fertigung wird die Einlage in das Umblatt gewickelt, wodurch die sogenannte Puppe, auch Wickel genannt, entsteht. In einer hölzernen Wickelform wird diese Puppe schließlich leicht in ihre endgültige Form gepresst. Hiernach wird die Puppe mit dem Deckblatt umwickelt, mit welchem zuletzt auch der Zigarrenkopf geschlossen wird. Ein pflanzlicher Kleber dient zur Fixierung am Kopf.

In der Regel werden Longfiller-Zigarren komplett von Hand gefertigt, was auch für ihren höheren Preis im Vergleich zu Short- oder Mediumfillern sorgt. Auf den Einsatz von Maschinen wird in der Herstellung meist verzichtet, denn die langjährige Erfahrung eines Zigarrenrollers sorgt für eine hohe Qualität der Longfiller-Zigarren. Nur die preisgünstigeren Varianten bilden hier Ausnahmen. Bei diesen können die Puppen auch maschinell vorgefertigt sein. Das Deckblatt wird wiederum von Hand angebracht. Die Art der Herstellung wird auf der Unterseite der Zigarrenkiste angegeben und zwischen totalmente a mano und hecho a mano unterschieden.

Der Vorteil von Longfiller-Zigarren ist die Konstanz des Tabaks vom Anfang bis zum Ende, was für einen gleichbleibenden Abbrand und durchgehenden Geschmack, der die verschiedenen Facetten der Blätter in den Dritteln unterschiedlich stark akzentuiert, sorgt. Die günstigen Varianten kosten hierzulande zwischen ein bis zwei Euro pro Stück. Die gängigen hochwertigen Longfiller-Formate fangen bei 3€ pro Stück an und können einen Einzelpreis von 50€ erreichen. Die derzeit teuerste Zigarre der Welt rangiert bei 400$ das Stück.

Longfiller-Zigarren können über Jahre im Humidor gelagert werden, reifen mit der Zeit und erhalten dadurch ein ausgewogeneres Aroma.

Ein Sonderfall ist die sogenannte Sandwich-Einlage, die eine Mischung aus Longfiller und Shortfiller Tabak enthält.

Einige Longfiller aus unserem Shop:


Mediumfiller-Zigarren

Quintero FavoritosMediumfiller stellen das Bindeglied zwischen Long- und Shortfiller-Zigarren dar. Ihre Einlage wird nicht aus ganzen Tabakblättern zusammengestellt, sondern aus den beim Zuschneiden der Tabakblätter entstehenden größeren Blattresten. Diese können beim Teilen der Blätter, wenn die richtige Rezeptur hergestellt wird, anfallen oder auch beim Zurechtschneiden der fertigen Zigarre auf die richtige Länge.

Wie groß die Schnittreste sind, ist je nach Situation, in der sie abfallen, unterschiedlich. Größen von 1/4 bis 1/16 der ganzen Blätter sind möglich. Umblatt und Deckblatt bestehen aus ganzen Tabakblättern und unterscheiden sich nicht von jenen der Longfiller-Zigarren. Daher sind auch im Abbrand, Geschmack und der Aromaentfaltung kaum Unterschiede zum Longfiller festzustellen.

Zigarren, die als Mediumfiller gerollt wurden, können ebenfalls zu den Premiumzigarren gezählt werden und dabei noch mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis aufwarten. Beliebte Mediumfiller-Zigarren sind Don Sebastian, Quorum oder Casa de Garcia.

Einige Mediumfiller aus unserem Shop:


Shortfiller-Zigarren

Balmoral Aged 3 Years Short CoronaBei dieser Zigarren-Variante besteht die Einlage aus kleingeschnittenem oder gerissenem Tabak. Dieser wird in ein stabiles Umblatt gewickelt, wodurch die Puppe entsteht, die bereits die Form der endgültigen Zigarre aufweist. Um die Puppe wird als letzter Schritt schließlich ein gleichmäßiges Deckblatt gerollt. Diese Arbeitsschritte werden meistens von Maschinen ausgeführt, was für einen erheblich günstigeren Preis der Shortfiller gegenüber Longfillern sorgt. Kleingeschnittener Tabak lässt sich gleichmäßiger in der Zigarre verteilen. Der Geschmack eines Shortfillers bleibt dadurch über den gesamten Rauchverlauf gleich, der Abbrand ist gleichmäßig und der Zug angenehm leicht.

Zum Teil werden Umblatt und Deckblatt auch aus sogenanntem „homogenisiertem“ Tabak, auch HTL oder Bandtabak genannt, gefertigt. Dies ist ein Blatt, das aus gemahlenem Tabak unter der Verwendung von natürlichem Bindemittel und Tabaksubstanz maschinell hergestellt wird. Shortfiller sind auch unter dem Namen „holländischer Typ“ bekannt und gelten als typisch europäische Zigarren. Sie werden trocken geraucht und auch so gelagert. Nur die karibischen Shortfiller-Varianten werden bei konstanter Luftfeuchtigkeit gelagert und können rein maschinell, aber auch komplett von Hand gefertigt sein. Zu den handgefertigten Shortfillern gehören u.a. die Villiger Serie Dominicana und Flor de Cano.

Blatt-auf-Blatt Einlage

Neben den bekannteren Einlage-Varianten gibt es zudem die Blatt-auf-Blatt Einlage, die ausschließlich auf Kuba zum Einsatz kommt. Hierbei werden die Tabakblätter durch das Entfernen der Mittelrippe geteilt und die entstehenden Hälften anschließend zur Einlage gerollt. Dieses Verfahren läuft komplett von Hand ab und sorgt mit seinen wenigen Blättern für einen kontinuierlichen Geschmack. Das seltene Verfahren hat jedoch einen sehr hohen Preis zur Folge.

Einige Shortfiller aus unserem Shop: