Torcedor – Arbeit im Akkord

Der Begriff Torcedor bezeichnet einen professionellen Zigarrenroller. Die Torcedores werden je nach Können in sieben verschiedene Kategorien eingeteilt, wobei Kategorie 7, die höchste ist. Je geschickter der Torcedor und je mehr Formate er rollen kann, desto höher ist seine Kategorie-Einstufung. Einige Zigarrensorten dürfen ausschließlich von Torcedores der höchsten Kategorie gerollt werden, so zum Beispiel die Cohiba Zigarren. Torcedores arbeiten im Akkord. Je nach Größe und Format der Zigarre stellen sie täglich 60-150 komplett handgefertigte Zigarren her. Bei teils maschineller Fertigung liegt der Wert zwischen 200-450 täglich gefertigten Zigarren.

Der Arbeitsprozess eines Torcedors

Das Herzstück einer jeden Zigarrenmanufaktur ist die Galera de Torcido, ein großer Saal, in dem die feinen Zigarren gerollt werden. Bei der Fertigung einer Zigarre von Hand verfügt der Torcedor über eine kleine Auswahl von Werkzeugen. Dazu gehören ein Brett (Tabla), ein Messer (Chaveta), eine Messlehre (cepo), eine Hülse (casquillo), ein Topf mit Klebstoff und eine Guillotine.

Die geernteten Tabakballen für das gewünschte Torcedora bei der Arbeit Endprodukt werden zunächst geöffnet und von Mitarbeitern sortiert und befeuchtet. Die Befeuchtung soll verhindern, dass die Blätter bei der Verarbeitung leicht einreißen. Anschließend wird die Tabakeinlage von den Torcedores gedreht. Hierbei wird auf dem Brett die Mischung der entsprechenden Zigarre auf zwei oder drei Umblättern kombiniert und künstlerisch gefaltet. Dabei entstehen Kanäle, die dafür vorgesehen sind, den Rauch durch die Zigarre zu leiten. Die Puppe, also der Rohling aus Einlage und Umblatt, wird anschließend etwa eine halbe Stunde lang in Form gepresst. Nach diesem Vorgang wird sie auf das mittels der Chaveta zu einer Sichel zurechtgeschnittene Deckblatt gelegt und darin eingerollt. An einem Ende der Zigarre wird mit Hilfe des Klebstoffes ein runder Kopf geformt. Der letzte Schritt besteht darin, die Zigarre mittels Guillotine auf das gewünschte Maß zuzuschneiden. Der eigentliche Rollvorgang ohne das Pressen dauert bei einem Torcedor der höheren Kategorien nur wenige Minuten.

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Die gerollten Zigarren werden einer Qualitätskontrolle unterzogen und zu Bündeln, den Media Ruedas, zusammengebunden. Es erfolgt eine stichprobenartige manuelle Zugprobe in einer extra dafür entwickelten Maschine. Darauf folgt schließlich eine Auslese, bei welcher die Zigarren nach den Farbtönen ihrer Deckblätter sortiert werden. Sie werden vom dunkelsten zum hellsten Farbton von links nach rechts angeordnet. In großen Humidoren werden sie für mehrere Monate gelagert bis sie ihre volle Reife erreicht haben. Ihrer Sorte entsprechend werden sie anschließend gegebenenfalls mit einer Bauchbinde beringt. Die Kiste wird etikettiert und ist zum Verkauf bereit.

Berühmte Torcedores

Das Handwerk eines Torcedors ist ein edles und angesehenes. In Zigarrenländern wie Kuba kann einem erfahrenen Torcedor viel Ruhm zuteilwerden. Eine echte Bekanntheit unter den Torcedores ist Maritza Acuña Rodriguez. Rodriguez ist bereits seit 40 Jahren in der Zigarrenindustrie tätig und dafür bekannt zu den erfahrensten und besten Torcedoras der Welt zu gehören. Sie war eine der ersten Frauen überhaupt, die nach der kubanischen Revolution 1959 in der H. Upmann-Manufaktur arbeiten durften. Während ihrer Karriere in dieser Manufaktur hatte sie mehrere Positionen inne, die auch die Beurteilung anderer Torcedores beinhaltete, doch sie selbst sieht sich lieber in der Position der Torcedora. Heute gibt sie ihr Wissen als erfahrene Torcedora an die jüngere Generation weiter, dabei tourt sie auch gelegentlich durch Deutschland und weiht deutsche Aficionados in ihr Können ein.

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