PfeifePfeifen – die wahre Kunst des Rauchens

Das Rauchen von Tabak durch eine Pfeife ist ähnlich lange bekannt wie das Tabakrauchen selbst und war neben dem Schnupfen und Kauen von Tabak bis Ende des 19. Jahrhunderts die gängigste Variante, Tabak zu genießen. Ab der Wende zum 20. Jahrhundert wurde das Pfeifenrauchen zunehmend durch den Konsum der praktischeren Zigaretten abgelöst. Heute zählt es eher zu den exotischeren Arten Tabak zu konsumieren, drückt aber gleichzeitig auch eine gewisse Einstellung zum Tabakgenuss aus. Für J.R.R. Tolkien war sie gar eine Kunst, da das Rauchen einer Pfeife ein gewisses Können und Erfahrung voraussetzt und so ist es kein Wunder, dass sich die Figuren seiner wohl bekanntesten Werke „Der Herr der Ringe“ und "Der Hobbit" ausgiebig dem Pfeiferauchen widmen.

Zur Geschichte der Tabak-Pfeife

Die Ursprünge des Tabakpfeifenrauchens liegen wie so oft auf dem amerikanischen Kontinent. Der bis heute älteste bekannte Fund einer Tabakspfeife aus dem 15. Jahrhundert vor Christus stammt von der Insel Marajo nahe der Mündung des Amazonas. Und auch im nördlichen Amerika war das Rauchen von Tabak durch eine Pfeife gängige Praxis. Man verwendete hauptsächlich Holz, Horn oder Keramik zur Herstellung des Rauchinstruments. Als sprichwörtlich gewordene Friedenspfeife diente sie den indianischen Stämmen ursprünglich als Begleitung zum Gebet, zur Freundschaftsbesiegelung oder zum Abschluss von Verträgen.

Und so kam das Wissen um die Pfeife als Instrument des Tabakrauchens zusammen mit dem Tabak im 16. Jahrhundert nach Europa. Die älteste europäische Pfeife, die zum Rauchen von Tabak verwendet wurde, wurde in England gefertigt und datiert auf das späte 16. Jahrhundert. Seitdem haben sich vielfältige Ausprägungen in Form und Material ergeben.  Hauptsächlich wurden die Pfeifen aus Ton, Holz oder Metall hergestellt. Für Holzpfeifen wurde ab Ende des 19. Jahrhunderts Bruyèreholz zur Herstellung sehr beliebt. Im Zuge der Industrialisierung begann im 20. Jahrhundert die maschinelle Fertigung von Pfeifen, die damit auch preiswerter wurden.

Die Form einer Pfeife hat sich von der langen und dünneren Ursprungsform, die die Indianer verwendeten, stark abgewandelt. So wie wir die Pfeife heute kennen, kleiner und kürzer mit einem größeren Kopf, kürzeren Holm und geschwungenen Mundstück, wird sie seit dem 18. Jahrhundert geformt. Bis ins 19. Jahrhundert waren die amerikanischen und europäischen Pfeifen die gängigen Instrumente des Tabakkonsums.

PfeifenköpfeMaterialien zur Herstellung von Pfeifen

Pfeifen können per Hand oder maschinell gefertigt werden. Da man mit Maschinen die Möglichkeit hat, zahlenmäßig mehr Pfeifen herzustellen, sind diese dementsprechend günstiger zu erwerben. Von Hand gefertigte Pfeifen sind zwar teurer, geben dem Rauchgenuss aber eine ganz individuelle Note. Die Herstellernamen sind zahlreich, zu den bekanntesten zählen Vauen, Dunhill oder Stanwell. Und auch Deutschland hat mit der Kopp GmbH & Co. KG ein renommiertes Unternehmen in seinen Reihen, das Pfeifen von u.a. Chieftains oder Savinelli vertreibt.

Als Material wird heute meist Holz verwendet, hier eignet sich besonders das oben erwähnte Bruyèreholz. Es wird aus den Wurzelknollen der Baumheide gewonnen, welche im mediterranen Raum anzufinden ist. Der strukturelle Wechsel von festen Bestandteilen und eher schwammig-weichen Abschnitten, die in der Lage sind, viel Kondensat aufzunehmen, prädestiniert Bruyèreholz zum idealen Material für die Pfeifenherstellung. Die typisch helle Farbe des Holzes kann durch Lackieren oder Beizen verändert werden.

Einen optisch besonderen Reiz bieten Meerschaumpfeifen. Sie stammen ursprünglich aus der Türkei und sind in Europa seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Vor dem Gebrauch weiß, dunkeln sie nach mehrmaliger Nutzung nach. Hergestellt Pfeifen Starter Set Ermuri Bwerden sie aus Sepiolith, einem Tonmineral, das hauptsächlich in der Region um Eskisehir in der Türkei vorkommt. Vorteile von Meerschaumpfeifen gegenüber der traditionellen Holzpfeife bestehen in der Feuerbeständigkeit des Materials, d.h. ein Anbrennen der Pfeife kann nahezu ausgeschlossen werden, der Geschmacksneutralität und dem Wegfall des Einrauchens. Jedoch sollte man sehr vorsichtig mit ihr umgehen, da sie leicht zerbrechen kann.

Weniger gebräuchlich, da sehr teuer, sind Calabashpfeifen. Diese werden aus einem afrikanischen Flaschenkürbis gefertigt, der mit einem Meerschaumeinsatz versehen ist, um überhaupt als Pfeife verwendbar zu sein. Sie sind geschwungener als Holzpfeifen und haben einen konisch verlaufenden Pfeifenkopf.

Auch Ton und Kunststoff werden unter anderem zur Pfeifenherstellung verwendet. Dies meist zur Fertigung von kostengünstigen Pfeifen. Kunststoff bietet Defizite in der Aromaentfaltung, ist aber leicht zu reinigen. Ton war früher ein weitverbreitetes Material für Tabakspfeifen. Heute werden sie ob des geringen Preises oft als Gastpfeifen verwendet oder ob ihrer Hitzebeständigkeit und einfachen Reinigung als Degustationspfeifen für neue Tabaksorten.