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Zur Geschichte und zur Herkunft

Zigarren bei NoblegoDer Tabak- und Zigarrengenuss ist in Südamerika schon seit mehreren Jahrhunderten bekannt und begehrt. Einige Völker Südamerikas rauchten die gerollten Tabakblätter bei religiösen Ritualen mit der Intention, Kontakt zu den Göttern herstellen zu können. Später war es dann auch bei den Stammeshäuptlingen üblich, zu speziellen Anlässen, Tabak zu rauchen. In der westlichen Welt traten Zigarren zur Kolonialzeit auf und schnell lernten die Seefahrer das Rauchen von den Südamerikanern, sodass der Tabakkonsum nach Europa gelangte. Waren Tabakerzeugnisse damals eine sehr rare Exportware, entstanden im 18. Jahrhundert dann nach und nach auch Zigarrenmanufakturen in Europa. So entstand zum Beispiel die erste europäische Zigarrenfabrik in Sevilla, Spanien unter dem Namen „La Corona“.

Heute wird Tabak überwiegend in Süd- und Mittelamerika angebaut, wobei Honduras, Nicaragua, Brasilien sowie die Dominikanische Republik sehr populäre Anbaugebiete sind. Aber trotz der guten Qualität dieser Tabakblätter kommen die wohl berühmtesten Zigarren aus Kuba: Um die Havanna-Zigarren oder auch Habanos, wie sie ebenfalls genannt werden, rankt sich ein Mythos. Ob zu Recht oder nicht, muss jeder Aficionado selbst entscheiden, aber durch ihre außerordentliche Qualität und den hervorragenden Geschmack gehören die Habanos zweifellos zu den Spitzenzigarren.

Zu den Zigarrenbestandteilen

Eine Zigarre besteht immer aus drei Hauptkomponenten. Das äußere Blatt wird Deckblatt genannt und prägt das Erscheinungsbild einer Zigarre grundlegend mit. Es ist fest gewickelt und je nach Herkunftsort des Deckblattes bekommt die Zigarre die ortsgebundene Klassifizierung wie Sumatra, Habanos oder Brasil. Ob die übrigen Zigarrenbestandteile ebenfalls aus diesem Ort kommen, ist für die Zigarrenzuteilung irrelevant. Das Deckblatt ist im Idealfall geschmeidig und gleichmäßig gewachsen und in Kopfnähe der Zigarre befindet sich dann die Banderole der Zigarrenmanufaktur.

Weitere Bestandteile sind die Einlage und das Umblatt. Dabei ist die Einlage das Innerste einer Zigarre und besteht aus verschiedensten Tabaksorten. Diese Tabake können zerkleinert sein (dies ist bei den sogenannten Shortfillern der Fall, zu denen auch Zigarillos gehören), in dem sie gerissen wurden, oder aber auch aus kompletten Tabakblättern bestehen (Longfiller), die zu einer Einlage gerollt wurden. Gehalten wird die Einlage von dem Umblatt, das sich durch Festigkeit und Elastizität auszeichnen muss. Die Einlage und das Umblatt zusammen werden Wickel genannt. Erst mit dem Deckblatt wird aus den gerollten Tabakblättern dann eine Zigarre.

Zum Tabakanbau und Zigarrenherstellung

TabakanbauEs gibt im Wesentlichen zwei Arten des Tabakanbaus. Werden die Tabakblüten abgeschnitten und die Tabakblätter abgedeckt und somit nicht stark oder nur gelegentlich der Sonne ausgesetzt, so erhalten die Tabakblätter eine dünne, ebene und geschmeidige Oberflächenstruktur. Aufgrund ihres formschönen Äußeren werden diese Tabakblätter, die sich tabaco tapado („bedeckter Tabak“) nennen,  für das Deckblatt verwendet. Die Tabakblätter, die frei in der tropischen Sonne und mitsamt ihren Blüten aufwachsen, werden später für die Einlage und das Umblatt verwendet. Sie werden tabaco del sol (Tabak der Sonne) genannt.

Weiter werden drei Tabakblattsorten unterschieden, die sich anhand der Position definieren, an der sie an der Tabakpflanze wachsen. Die sonnenverwöhnten Blätter aus dem oberen Pflanzenteil werden als Ligero bezeichnet und haben den intensivsten Tabakgeschmack. Zigarren mit einem hohen Ligeroanteil schmecken besonders kräftig. Die Tabakblätter aus dem mittleren Teil sind die mittelkräftigen, würzigen Seco-Blätter, wohingegen man die mild schmeckenden, untersten Blätter Volado nennt.

Bis die Tabakblätter dann zu einer Zigarre werden, können mehrere Jahre vergehen. Nach dem Prozess der Fermentation, sowie der Lagerung und Trocknung, werden aus den Tabakblättern dann endlich die Zigarren. Gefertigt werden sie zumeist in reiner Handarbeit von den Zigarrenrollern, den Torcedores.

Und zum Schluss das Wichtigste: der Zigarrengenuss

So wie jeder Aficionado seine speziellen Lieblingszigarren hat, gibt es auch unterschiedliche Vorlieben in den Rauchritualen. Doch trotz der Unterschiede gibt es einige Grundregeln, die beachtet werden sollten, wenn der Geschmack der Zigarre angemessen gewürdigt werden soll:

Bevor die auserwählte Zigarre genossen werden kann, muss sie zumeist noch angeschnitten werden. Dies kann mit einem Zigarrencutter mit Guillotinen-Klinge, einer Zigarrenschere, oder einem Zigarrenbohrer geschehen. Wichtig ist hierbei, das richtige Maß zu finden, sodass die Zigarre ein angenehmes Zugverhalten hat, sich das Deckblatt nicht löst und die Zigarre nicht krümelt. Ein bisschen Übung kann hier manchmal von Nöten sein. Anzünden sollten Sie die Zigarre mit einer Flamme ohne Eigengeruch. Hierzu können Sie Zedernspäne oder längere Streichhölzer verwenden, ebenso aber auch ein Feuerzeug auf Butangas-Basis. Wesentlich ist auch hier, nicht zu hektisch zu agieren, denn die Zigarre sollte schon richtig glimmen, bevor Sie sich den ersten Zug gönnen. Das Rauchen selbst sollte ebenfalls mit viel Zeit verbunden sein. Es ist ebenso geboten, nicht zu schnell und zu stark an der Zigarre zu ziehen, da sie sonst sehr heiß brennt. Denn dies wirkt sich negativ auf die Aromenentwicklung aus. Ebenso sollten Sie immer einen kleinen Ring der Zigarrenasche stehen lassen, da dieser eine kühlende Funktion hat und sich insgesamt positiv auf das Aroma auswirken kann. Drücken Sie die Zigarre nicht im Aschenbecher aus, denn eine Zigarre geht, anders als das bei Zigaretten der Fall ist, von allein aus.

Der wichtigste Ratschlag jedoch, den auch die unterschiedlichsten Aficionados teilen werden: Zigarren sind ein Genuss, der Zeit und Muße benötigt. Gönnen Sie sich und Ihrer Zigarre dies!