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Die faszinierende Welt der Spirituosen

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er einen Drink“, bezeugte bereits Komiker Woody Allen die Wertigkeit verschiedenster alkoholischer Getränke. Der alkoholischen Königsdisziplin Spirituose dürfen sich allerdings nur jene Flüssigkeiten zurechnen, die einen Mindestalkoholgehalt von fünfzehn Prozent besitzen (bei Eierlikör genügen auch 14) und die natürlich für den menschlichen Verzehr bestimmt sind.

Der Name Spirituose leitet sich vom lateinischen „spiritus“ ab und bedeutet somit „geistiges Getränk“. Das Synonym Schnaps kommt dagegen vom niederdeutschen Wort Schnappen und bezieht sich auf die Einnahme in kleinen, schnellen Schlucken.

Spirituosen werden durch das Brennen und die damit einhergehende Destillation vergorener pflanzlicher Stoffe erzeugt. So erschließt sich auch der Begriff Branntwein, der heute aber nicht mehr generell für Spirituosen verwendet wird (außer bei der Besteuerung), sondern sich lediglich auf Branntwein aus Wein oder Weinbrand bezieht.

Herstellung spiritueller Flüssigkeiten

Die Grundlage einer Spirituose wird durch eine Vergärung von zuckerhaltigen Getreide- oder Fruchtsaftlösungen oder Maische (Fruchtbrei) bzw. durch das Einlegen von Früchten in Alkohol hergestellt. Die bei der einfachen oder mehrfachen Destillation gewonnene Essenz wird anschließend in Eichenholzfässern gelagert und erhält hier ihre bräunliche Farbe. Der gewünschte Alkoholgehalt wird in der Regel durch die Verdünnung mit Wasser erzielt, eventuell werden noch Pflanzenextrakte hinzugesetzt. Letztendlich ist jedes Destillat einzigartig in Geschmack, Aroma und Beschaffenheit.

Unterscheidung der verschiedenen Spirituosen

Die Kategorisierung erfolgt aufgrund der Herstellungsweise. Hierbei teilt man ein in:

  • Brände & Wässer: Sie werden aus vergorener Frucht-Maische hergestellt. Der Alkohol entsteht durch die Gärung aus den beinhalteten Kohlenhydraten. Anschließend wird die Flüssigkeit destilliert. Wichtig für diese Technik ist ein ausreichender Zuckergehalt. Beispiel: Kirschwasser.
  • Geiste: Die Früchte werden zerkleinert, aber nicht vergoren. Stattdessen werden die Aromen durch die Zugabe von hochprozentigem Alkohol ausgelöst. Sinnvoll ist diese Technik bei wenig zuckerhaltigen Früchten. Beispiel: Himbeergeist.

Ein Tröpfchen in Ehren – der Spirituosen-Klassiker Whisky

„Man muss dem Leben immer um mindestens einen Whisky voraus sein“, sinnierte US-Schauspieler Humphrey Bogart, während der britische Schriftsteller Rudyard Kipling lobte: „Whisky ist kein Getränk, Whisky ist eine Weltanschauung.“ Der verheißungsvolle Name des überaus beliebten Getränkes kommt vom gälischen Begriff „uisge beatha“ und bedeutet so viel wie „Lebenswasser“.
Letztendlich darf sich als Whisky jede Spirituose bezeichnen, die aus Wasser und Getreide destilliert wurde, einen Alkoholgehalt zwischen 40 und 94,8 Prozent hat und mindestens drei Jahre lang in Fässern mit maximal 185 Gallonen (ca. 700 Liter) Inhalt in einem Zollspeicher gelagert wurde. Scotch darf sich ein Whisky dagegen nur nennen, wenn er in Schottland hergestellt und gereift ist.
Bis heute ist nicht geklärt, ob Schottland oder Irland das Ursprungsland des Whiskys ist.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Whisky im Jahr 1494. Als Nebenprodukt des Gersteanbaus in den schottischen Highlands wurde er bis ins frühe 19. Jahrhundert in vielen kleinen Brennereien schwarz gebrannt. Die Legalisierung erfolgte im Jahr 1823. Als um 1870 ein Reblausbefall die französische Weinernte zerstörte und somit auch die Weinbrandproduktion zum Stillstand brachte, verbreitete sich der Whisky bald als neues Modegetränk.

Spirituosen in Zahlen und Fakten

  • 700 Millionen Flaschen enthielt das Gesamtangebot an Spirituosen auf dem deutschen Markt im Jahr 2012. Hierbei hatten die Liköre den größten Anteil.
  • Die meisten Spirituosen der EU werden im Vereinten Königreich hergestellt, Platz zwei belegt Deutschland, Platz drei teilen sich Polen und Italien.
  • Deutschlands weltweit meistverkaufte Spirituose ist der Jägermeister, ein Halbbitterlikör aus Wolfenbüttel, der mit einem Absatz von jährlich 80 Millionen Flaschen in den Top Ten der beliebtesten Spirituosen rangiert.
  • Eigentumswohnung oder doch lieber einen Whisky? – 72 000 Euro brachte bei einer New Yorker Auktion im Jahr 2012 eine 55 Jahre alte Flasche Whisky ein, die aus einer Kollektion von insgesamt nur elf Flaschen stammt. 8 davon sind noch verkäuflich.